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Witten nimmt im neuen Jahrbuch eine zentrale Rolle ein. Gleich fünf Kapitel befassen sich mit der Ruhrstadt. Dr. Olaf Schmidt-Rutsch vom Westfälischen Industriemuseum zeigt in seinem Beitrag «Schiffahrt auf der Ruhr» den Wiederstreit vieler Interessen bei der Nutzung des Flusses auf. Hierin sieht er einen Grund, warum die Ruhr nur etwa 100 Jahre lang als Schiffahrtsweg genutzt wurde. In die frühe Bergbaugeschichte begibt sich Hardy Spiegel. Er bietet einen spannenden Einblick in die Anfangsjahre des Wittener Familienunternehmens. Michael Erpkenhans nimmt die Tatsache auf, dass in Witten eine der größten Sammlungen von Medaillen mit dem Konterfei Otto von Bismarcks existiert. Industrie-Pionier Friedrich Söding vererbte dem Heimatverein 350 Medaillen und Münzen. Erpkenhans geht dem «Mythos Bismarck» auf die Spur. Schließlich blicken zwei Aufsätze auf die jüngere Wittener Stadtgeschichte. Henrike Kania veröffentlicht im Jahrbuch Auszüge aus ihrer Staatsarbeit zum «Luftkrieg in Witten und seine Auswirkungen auf die Wittener Zivilbevölkerung». Durch Berichte von Zeitzeugen und vor allem durch Zitate aus Briefen zeichnet sie ein lebendiges Bild von der Kriesrealität in Witten zwischen Stärke und blanker Panik. Rotarier und Historiker Prof. Dr. Heinrich Schoppmeyer skizziert schließlich «Perioden der Wittener Stadtgeschichte 1945–2000». Er sieht darin insbesondere die Zeit zwischen 1966 und 1975 als «Wendepunkt». Bevölkerungsrückgang, das Aussterben der Stahlindustrie, eine neue Form des Wohnungsbaus oder die Schwäche der Volksparteien – dies alles seien typische Merkmale für Entwicklung von Ruhrgebietsstädten in dieser Phase des Wandels. Felix Guth, WAZ – Westdeutsche Allgemeine Zeitung |