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Das Fenster nach draußen:
Öffentlichkeitsarbeit bei Rotary

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Eine Darstellung des Beiratsmitglieds Erich Kreusch zum Theme Öffentlichkeitsarbeit bei Rotary schildert, welche Wege Rotary in Zukunft gehen sollte. ...

Die Zeiten des Zurückhalten von Informationen sind vorbei: eine aktive Darstellung der Leistungen von Rotary sind gefragt. Die Gesellschaft will wissen, was Rotary tut und leistet und Rotary braucht die besten Köpfe der Gesellschaft in seinen Reihen.


Wieviel Öffentlichkeit braucht Rotary?
oder
Wieviel Rotary braucht die Öffentlichkeit?

von Erich A. Kreusch, RC Essen-Mitte Beirat für Öffentlichkeitsarbeit Distrikt 1900
August 2004


Wer in der letzten Zeit einen Blick in die Weltseite des rotarischen Internets, also in rotary.org. geworfen hat, der konnte in freimütiger Offenheit lesen, wo Rotary International Raum für Verbesserungen sieht.

Sie sind in dem Mission Statement enthalten, das RI formuliert hat

1. Gemeinschaft der Clubs weiter stärken
2. Bedeutung Rotary weltweit steigern
3. Öffentlichkeit informieren: Was tut Rotary
4. Zusammenarbeit weltweit verstärken

Und mit dem Punkt 3: Öffentlichkeit informieren darüber, was Rotary tut…….. meint RI
..dass die Menschen überall mehr über die Arbeit von Rotary erfahren durch unsere Kommunikation nach draußen.


Und hier steht auch nachzulesen, was die Clubs als die Probleme der Zukunft ansehen.
Während der Jahre 2001 2003 hat Rotary International nämlich 48 Führungspersön-lichkeiten, 22.037 Clubpräsidenten, 1.059 Governors, 195 Direktoren und 29 Stabsmitarbeiter befragt, was geschehen muss, um Rotary weiter voranzubringen.
Hier die wichtigsten Ergebnisse:

1. Rotary Image verbessern 29 %
2. Neue Mitglieder werben 18 %
3. Leadership optimieren 16 %
4. Mitglieder begeistern 15 %

Das sind klare Aussagen. Rotary International will weltweit weiter wachsen, in den inneren Strukturen stärker werden, die Clubs mehr in die Entscheidungsprozesse einbeziehen, seinen Aktivitäten mehr Kraft aber auch mehr Gehör verschaffen, und auch Nicht-Rotarier oder nicht rotarische Organisationen als Mitstreiter gewinnen. Damit soll letztlich auch die Hebelkraft der eigenen finanziellen Mittel bei großen Projekten entscheidend vergrößert werden. Das Polio-Eradication Programm macht klar, was damit gemeint ist.

Meine Meinung: Das ist ein anspruchsvolles und ehrliches Programm. Rotary ist nicht eine konservative oder zu sehr in sich ruhende Organisation, mit sich zufrieden, sondern eher eine dynamische, aktive und vorwärts strebende Vereinigung, für die der bekannte Satz gilt: Nichts ist so sicher wie der Wandel.

Jeder Kulturkreis in der weltweiten Verbreitung von Rotary setzt Rotary auf seine Weise um nach den Grundregeln und den rotarischen Auffassungen. Und natürlich ist jeder Club in dieser Gemeinschaft autark. Mit dem jährlichen Wechsel der Amtsträger werden die Schwerpunkte der Aktivitäten individuell gesetzt. Und so ist der einzelne Club auch Hauptträger der rotarischen Information. Anhand seines Programms legt er fest, welche Aktivitäten er über 2-3 Jahre hinaus (noch) besser bekannt machen will. Bloß sporadische Aktionen bringen zu wenig: Sie werden bald wieder vergessen.

Zwischen diesen beiden Polen von RI auf der einen und dem Club auf der anderen Seite entfaltet sich das rotarische Leben in all seinen Ausprägungen.

Jeder Rotarier ist mitverantwortlich für seinen Club. Jeder Club kann sich entscheiden, ob Öffentlichkeitsarbeit „„seine Sache ist". Aber von jedem von uns wird auch ein Stück des Ganzen mitverantwortet. Wir müssen akzeptieren, dass wir Teil einer großen Rotary Familie sind. Nur deshalb können wir Rotarier sein. Ohne das ganze Rotary wären wir es nicht.

Ein Wort zur eigenen Positionierung des Verfassers und zur Klarstellung. Wenn ich hier von „„WIR" spreche, dann meine ich nicht notwendigerweise SIE, UNS, unseren/Ihren Club sondern die Rotarier in toto. Ich werde um der Sache willen an manchen Punkten überzeichnen auch auf die Gefahr hin, dass Sie mich vor dem ersten Nachdenken als Ketzer verdächtigen.

Wenn Sie meinen Ausführungen über RI, wenn Sie dem Mission Statement und den strategischen Orientierungen bis hierhin gefolgt sind, dann ist es an der Zeit, zu fragen: Was wollen wir? Viele in Rotary stellen sich wenn überhaupt zum Thema Öffentlichkeitsarbeit die Frage, ob wir das denn wirklich brauchen. Solch neumodisches Zeug hat Rotary doch früher auch nicht gehabt, allenfalls bei der Weihnachtsfeier.

Das Spektrum der Vorbehalte ist vielschichtig.

Wollen wir was sagen, aber eigentlich fällt uns nichts ein?
oder: wir wissen eigentlich was wir sagen können, aber so richtig wollen tun wir es nicht.
oder: wir wissen, dass wir eigentlich gar nichts sagen sollten.
oder: wir wissen was wir tun, aber wen interessiert das schon?
oder: alles was wir sagen, macht uns öffentlicher. Und muss denn das sein?
oder: wir gehören doch zu Rotary, weil wir was Besonderes sind. Das brauchen andere aber nicht zu wissen.

Ich habe Sie gewarnt, dass ich überzeichne. Aber, hier ist mehr als ein Körnchen Wahrheit drin. Was wir vor allem brauchen, ist wachsendes Bewusstsein in den Clubs, dass das rotarische Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit von großem Wert ist für unsere Arbeit und unseren Erfolg. Wie eine Marke. Wie ein Image. Solche Werte werden nicht von selbst wahrgenommen. Sie bedürfen langer und kluger Arbeit, um sich zu entwickeln. Wir können für Rotary nur durch unsere Arbeit werben. Natürlich nicht im klassischen Sinne der Werbung, sondern nur dadurch, dass man über uns berichtet, weil wir etwas Gutes und Interessantes für unsere Mitmenschen tun.

„„Um Verständnis zu wecken, muss man die Öffentlichkeit erreichen -und eine breite Öffentlichkeit erreicht man nicht auf privatem Wege."

(Paul Harris, Gründer von Rotary International)

Erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit ist eine Frage der Sache, der guten Sache, und eine Frage des Menschen, der über sie spricht oder der für sie wirbt.
Und wenn wir über Rotary sprechen, dann muss ein Stück Begeisterung mitklingen, dann muss das so sein, wie wenn man über sich selbst redet.

Rotary ist eine Gemeinschaft von Menschen mit Zielen, die wir alle akzeptieren. Unsere Clubs überall auf der Welt machen Rotary erst wirklich. Nur dadurch existiert Rotary und kann Freundschaft entfalten und Wissen um den Anderen, Tiefe in der Beziehung, Sorge um den Partner, sei dieser innerhalb von Rotary oder außerhalb. Was letztlich zählt, was ein ganz einfaches und bleibendes Ziel für uns ist, das ist Menschlichkeit.

Alles andere wird auf dem Markt der Eitelkeiten im Überfluss angeboten. Alles andere hat auf Dauer keinen Bestand. Rotary kann und darf nicht ein elitärer Treff sein. Wir engagieren uns für eine gute Sache. Wir spenden für eine gute Sache. Wir arbeiten und verbringen Zeit für eine gute Sache und sollten bereit sein, darüber zu reden.

Warum? Weil wir ein Teil der Öffentlichkeit sind. Weil wir in einer Informationsgesellschaft leben. Weil es uns und unserer Arbeit hilft, wenn wir über uns berichten. Die Welt verändert sich, das Internet hat die Kommunikation zu ungeheurer Schnelligkeit gebracht. Wer heute etwas über Rotary International wissen will, erhält zu diesem Stichwort bei www.google.com in weniger als einer Sekunde zig-tausende von Hinweisen. Heute können wir uns nicht „„lieber im Hintergrund halten".

Über die Öffnung zur Öffentlichkeit wird vielerorts diskutiert und manchmal gestritten. Das ist durchaus legitim. Jeder Club ist autark. Aber wer Türen und Fenster verriegelt und die Vorhänge zuzieht, der hat zumeist etwas zu verbergen. Viele Menschen auch junge verbinden mit Rotary immer noch etwas Nebulöses, wenn nicht gar Negatives, oft aber auch etwas Geheimnisvolles.

Es ist zur Aufklärung immer noch wichtig darzustellen, dass Rotary ein Teil unserer Gesellschaft ist, der wir uns verpflichtet fühlen und für die wir uns engagieren.
Rotary ist kein Geheimbund, keine Sekte, keine Partei und nicht nur für die Reichen und Mächtigen. Wir sind auch keine Männergesellschaft (mehr). Wir sind keine politische und/oder wirtschaftliche Interessengruppierung. Wir verfolgen ausschließlich humanitäre, soziale, kulturelle und damit verwandte Ziele. Unser Tun hat keinen Missionscharakter. Wir sind Menschen wie alle anderen auch, weder besser noch schlechter. So wollen wir uns auch geben und verhalten.

Der Trend ist schon lange bei der Open-door-policy angekommen. Es ist besser, Rotary nutzt das konstruktiv für sich.

Ein rotarischer Freund aus der Schweiz, PDG Erich Gerber hat im November 2002 aus seiner Sicht „„Leitsätze für die Öffentlichkeitsarbeit" formuliert, aus denen ich zitieren möchte.

„„Unter Öffentlichkeitsarbeit (Public Relations) verstehen wir in erster Linie unsere sachliche, regelmäßige Kommunikation nach innen und außen, um die Anliegen unserer Organisation anhand konkreter Beispiele für andere noch besser erkennbar und wirksam werden zu lassen. Dadurch wollen wir das Vertrauen zu unserer Organisation und deren Akzeptanz weiter stärken. Hauptträger der Öffentlichkeitsarbeit sind unsere Clubs.

Als Ziel rotarischer Öffentlichkeitsarbeit formuliert er: Noch mehr gesellschaftliche Akzeptanz. Bei der Öffentlichkeitsarbeit geht es vor allem um die Frage, wie weit Rotary in der Gesellschaft bekannt ist und von ihr akzeptiert wird. Im Allgemeinen kennt man uns wohl noch zu wenig. Dies spielt eine immer wichtigere Rolle - nicht so sehr für uns persönlich, als für das Verständnis und die Unterstützung unserer Ziele und Aktivitäten. So verstanden, brauchen wir noch mehr Öffentlichkeit. Wer kontinuierliche, offene Beziehungen pflegt und über ein gutes Vertrauensverhältnis verfügt, braucht sich nicht ständig neu zu beweisen.

Mitglieder als PR-Botschafter
Unser Hauptproblem lässt sich leicht umschreiben: Viele Mitglieder wissen selber
einfach noch zu wenig Bescheid über unsere eigene Organisation. Damit meinen
wir nicht nur neue, sondern auch ältere Clubfreunde, die Neuerungen der vergangenen
Jahre wegen mangelnder Information oder fehlendem Interesse gar nicht mitbekommen haben. Manche interessieren sich erst richtig für unsere Organisation, wenn sie ein Amt übernehmen.

Das einzelne Mitglied muss gründlich über unsere bald 100-jährige Organisation
informiert sein und das Wesentliche verstanden haben, damit es als „„PR-Botschafter"
überzeugen kann. Rotary in wenigen Worten zu erklären, fällt sogar einem erfahrenen Rotarier nicht leicht! Eine einfache Antwort lautet: „„Rotary ist, was wir für andere und unsere Freundschaft tun."

Unsere Clubs funktionieren gut
Im Allgemeinen funktionieren unsere Clubs gut. Ältere Clubs sind in respektabler Absicht eher zurückhaltend, weil sie sich zu Recht nicht mit guten Taten brüsten wollen. Vielleicht ist auch eine Spur Bequemlichkeit dabei. Oder fehlt es manchmal gar an Zivilcourage, sich für Rotary zu exponieren?

Dynamische jüngere Clubs
Jüngere Clubs setzen sich immer stärker dafür ein, dass wir unseren Sinn und Zweck bei günstigen Gelegenheiten noch deutlicher erklären und vertreten, vor allem auch im Hinblick auf die wichtige Gewinnung neuer Mitglieder. Neben unseren bewährten, gestandenen Mitgliedern brauchen wir immer wieder gut motivierte jüngere Kräfte. Wie sollen sich diese für Rotary interessieren, wenn sie nichts über uns wissen oder - noch schlimmer - durch falsche Vorurteile (z.B. über die Präsenzpflicht oder unsere angebliche „„Millionärskaste") sogar vom Beitritt abgehalten werden?"


Ich lasse den PDG Gerber einmal hier enden um mit meinen Worten fortzufahren:
Um gute externe Kommunikation betreiben zu können, müssen wir zunächst einmal intern für die richtige Kommunikation sorgen. Kommunikation nach draußen darf nicht das ungeliebte Kind im eigenen Club sein, das man am liebsten versteckt.

Stichwort „„Neue Mitglieder". Wer kümmert sich um sie, wer informiert sie über das, was Rotary ausmacht im eigenen Club, in Deutschland und in der Welt? Wer sorgt dafür, dass da etwas „„zu brennen beginnt", dass da eine Begeisterung entsteht für eine weltweite Gemeinschaft in unserer nüchternen Zeit.

Präsidentinnen und Präsidenten der Rotary Clubs geben dem Club Prägung durch ihre Persönlichkeit. Mehr noch: Es ist wichtig, dass sie integrieren und Gemeinschaften bilden können. Menschen überzeugen, ja begeistern und wenn nötig mitreißen können.

Wenn wir jungen Menschen ein ambassadorial scholarship geben, dann erwarten wir, dass der junge Mann oder die junge Frau nach dem Studienjahr Rotary kennt, Rotary versteht und mag und weiterhin wie ein Botschafter der rotarischen Gemeinschaft wirkt.

Sachliche Informationen schaffen Verständnis, Interesse und Vertrauen. Sie gehören zu den Voraussetzungen für erfolgreiches rotarisches Wirken; sie behandeln nicht bloß Fakten, sondern sprechen die Menschen an, deren Gefühle, Interessen und Sympathien: Sie motivieren.

Allerdings: Mit Informationen aller Art werden wir täglich überschwemmt. Medien bringen das, was ihre Leser wünschen. Ihre Zielgruppen. Es hat sich nichts daran geändert, dass Medien 3 Ziele verfolgen: Informieren, unterhalten und helfen.

Ich will einmal locker formulieren: Wir sind nicht interessant, wenn es um Sex, um Skandale und die Szene geht. Da haben wir nichts zu bieten. Aber unser Leben besteht ja auch noch aus anderen Erlebnissegmenten. Und ich denke übrigens: je mehr die Menschen mit bad news, mit Gewaltdarstellung, Reizthemen und ähnlichem überflutet werden, umso mehr sehnen sie sich zurück nach einer „„geordneten Welt", nach echten Werten, nach gegenseitiger Nächstenliebe.
Hier leisten wir Beiträge. Hier sind wir kompetent. Und hier können wir über das berichten, was wir tun.

Deshalb sollten die dargebotenen Informationen aus dem Clubleben und den Clubaktivitäten
heraus wachsen. Da andere Menschen meist nicht so sehr wissen wollen, wer wir sind, sondern was wir als Rotarier und Rotarierinnen wirklich leisten, können wir in unserer Öffentlichkeitsarbeit von unseren lokalen Projekten berichten. Sie sind richtig formuliert der Schlüssel für Aufmerksamkeit. Während der jüngsten Distriktversammlung in Witten gab es hierzu eine sehr aufschlussreiche Ausstellung.

Es gibt eine Vielzahl von News, wie es so schön heißt: News fit for printing. Ich schaue gerne in den Pressedienst, der unter www.rotary.de veröffentlicht wird. Das ist eine gute Sache mit vielen Anregungen. Aber es fehlt etwas darin. Etwas ganz Entscheidendes: Was machen wir damit? Und noch präziser: Wer macht damit was? Für die deutschlandweiten Medien muss jemand da sein, der die Presseinformationen weitergibt und in die Presse hineinbringt. Ich bin sicher, wir haben das. Deshalb frage ich mich, wo kann ich sehen, welche der bundesweiten Medien über uns berichtet haben? Wo kann ich herausfinden, in welchem Distrikt in der Öffentlichkeitsarbeit Besonderes geleistet wurde? Wo gibt es den Pressespiegel oder den Medienspiegel über Rotary? Wo die Beobachtung unserer „„Mitbewerber" zum Nachlesen?

Rotary wird 100 Jahre alt. Es wird viele gute und lobende Reden geben. Das ist sicher. Aber man muss sich vor einer Jahrhundertfeier die kritische Frage gefallen lassen, ob wir vielleicht zu behäbig geworden und zu konservativ geblieben sind. Es kommt bei der Antwort nur zum Teil darauf an, was wir denken und wie wir diese Frage beantworten. Viel wichtiger ist, welches Image wir „„draußen" haben. Was denken die Menschen draußen über Rotary. Was denkt die kritische Presse über uns?

Damit ich nicht missverstanden werde, ich rede keiner radikalen Modernisierung von Rotary das Wort. Ich will auch nicht Begriffe des Marketings in unseren Sprachgebrauch einführen.
Ich will aber auch nicht, dass Rotary als ein Verein zur Wahrung von Traditionen wahrgenommen wird. Wir sind nicht verstaubt oder überaltert. Wir sind offen und jung für alles, was unser Leben und das unserer Kinder an Herausforderungen bringt.

So verstehen wir unser soziales Engagement. So verstehen wir unsere Freundschaft, unsere Hilfsbereitschaft, unser Verständnis für einander, unsere Hilfe, die wir nach Kräften anderen geben, die sie benötigen. Dies ist eine Sprache, die wir Rotarier überall auf der Welt verstehen. Denn überall ist Rotary zu Hause.

Und noch etwas: Rotary ist keine Fundraising Organisation, kein Spendensammelverein. Uns darauf zu reduzieren, würde unserem rotarischen Leben nicht gerecht.

Wir sind auch nicht elitäre Intellektuelle. Wir sind Menschen aus allen Berufsgruppen. Und die Mischung aus profilierten Vertretern der Industrie, des Mittelstands, der Kirchen, der Wissenschaft, der öffentlichen Verwaltung und der Politik - um nur einige zu nennen das macht das breite Spektrum unserer Clubs aus. Und das macht uns auch in den Augen der Öffentlichkeit interessant.

Wenn Rotary denn also 100 wird, dann ist es kein Wunder, dass andere ähnliche Vereinigungen sich auch im öffentlichen Bewusstsein etabliert haben. Ich habe den Eindruck, dass eine auch nicht unbekannte Organisation, die meinen Respekt und meine Wertschätzung hat, auf dem Gebiet der Öffentlichkeitsarbeit aktiver und unkomplizierter ist.

In dem im Internet zugänglichen Archiv der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung ist abrufbar, wie oft seit März 1997 bis April 2004 über Lions, Rotary und Inner Wheel in Artikeln berichtet wurde. Was meinen Sie, wie diese Zahlen aussehen?

Lions: 1.954
Rotary: 624
Inner Wheel: 322

In meiner Einschätzung brauchen wir in Deutschland mehr als nur eine cluborientierte und distriktorientierte Öffentlichkeitsarbeit. Wir würden es den überregionalen Medien viel leichter machen, über uns zu berichten, wenn wir mehr als bisher über Rotary in Deutschland informieren würden.

Noch ein Wort zu unseren Publikationen in Deutschland.
Das Erscheinungsbild unserer Publikationen, auch der Internetauftritt von Rotary in Deutschland hat sich in letzter Zeit sehr verbessert. Ich finde, es ist so wichtig, dass die Sprache ansprechend, locker und leicht verständlich ist, genau wie das Konzept, das Layout und die Gestaltung. Lange habe ich mir gedacht: Würden diese unsere Medien im Wettbewerb stehen und von einer wachsenden Leserzahl leben müssen, dann würden sie anders aussehen. Sie denken, sie stehen in keinem Wettbewerb. Weil wir sie das glauben lassen. Und da liegen sie falsch. Sie stehen im Wettbewerb mit allem, was sonst an Informationsflut täglich über uns hereinbricht. Hier ist ein neuer Weg in die richtige Richtung eingeschlagen worden. Weitere Denkansätze zahlen sich aus.


„„Wie viel Öffentlichkeit braucht Rotary?" habe ich eingangs gefragt. Meine Antwort haben Sie gespürt. Rotary braucht soviel Öffentlichkeit, dass der Bürger mit dem Namen Rotary soziales Engagement, Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft verbindet.

Richtig und ehrlich gemacht, heißt das dann auch: Die Öffentlichkeit wird Rotary schätzen.
Und das ist auch die Lehre aus der Fragestellung, „„Wie viel Rotary braucht denn die Öffentlichkeit?"

Für die Öffentlichkeit sind wir interessant, wenn wir Gutes ehrlich und verständlich vermitteln können als Partner, als Freund und Mitbürger.



Montag, 23. August 2004/TS
Letzte Änderung: 10.10.04/TS


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